Fragen & Antworten zur Legionellenprüfung

Wozu das ganze?

Das Einatmen legionellenhaltigen Wassers kann zu schweren Infektionen führen. Daran erkranken in Deutschland jährlich bis zu 10.000 Menschen. Registriert sind rund 400 Todesfälle. Durch die hohe Dunkelziffer ist aber mit einem Vielfachen davon zu rechnen.
Daher sagt die Trinkwasserverordnung jetzt auch den Legionellen verstärkt den Kampf an. Legionellen sind Bakterien, die in geringen Konzentrationen im Grundwasser vorkommen und von dort aus in die Trinkwasser-anlagen gelangen können.

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Welche Trinkwasseranlagen sind von der Prüfpflicht betroffen?

Die Verordnung gilt für Speicher-Trinkwassererwärmer und zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Speichervolumen oder mit mehr als drei LiternWasser in der Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der am weitesten entfernten Entnahmestelle.

Das ist meist ab Dreifamilienhäusern der Fall. Ein- und Zweifamilienhäuser sind von der Prüfpflicht ausgenommen.

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Wie ist der Wasserinhalt einer Rohrleitung zu berechnen?

Aus der Leitungslänge zwischen dem Austritt am Warmwasserbereiterund der am weitesten entfernten Entnahmestelle lässt sich der Wasserinhaltder Rohrleitung berechnen. Pro Meter Wasserleitung können diese Durchschnittswerte verwendet werden:

1 Zoll Rohr (Außendurchmesser 33 mm) = 0,49 l/m
¾ Zoll Rohr (Außendurchmesser 27 mm) = 0,31 l/m
½ Zoll Rohr (Außendurchmesser 19 mm) = 0,13 l/m

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Gilt für die Berechnung der Drei-Liter-Regel die "einfache" oder die ganze Leitungsstrecke?

Bei Festlegung der Rohrstrecke zählt die einfache Strecke vom Austrittaus dem Warmwasserbereiter bis zur am weitesten entfernten Entnahmestelle. Eine Leitung mit zehn Metern Aufstieg und zehn Metern Abstieg zählt deshalb als zehn Meter Rohrlänge.

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Kann ich als Eigentümer die Proben selbst entnehmen und an ein Labor schicken?

Nein. Nur akkreditierte Stellen dürfen Wasserproben für die Legionellenprüfung nach den Vorgaben der DIN EN ISO 19458:2006-12 entnehmen. Denn die Proben müssen beispielsweise innerhalb von 24 Stunden in zugelassenen Behältern mit besonders zu beachtenden Temperaturbedingungen in einem dafür zugelassenen Labor sein. Probeentnahmen sind daher ein Job für Spezialisten.

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In welchem Turnus ist die Legionellenprüfung vorgeschrieben?

Warmwasseranlagen mit Prüfpflicht müssen erstmals bis spätestens 31. Dezember 2013 und danach alle drei Jahre auf Legionellenbefall überprüft werden.

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Welche Voraussetzungen sind für die regelmäßige Legionellenprüfung zu schaffen?

Zunächst ist zu prüfen, ob alle erforderlichen Entnahmestellen für die Proben-Entnahmen vorhanden sind. Wenn Entnahmestellen fehlen, müssen diese eingebaut werden. Sind alle Entnahmestellen vorhanden, werden diese in einer Dokumentation für Probeentnahmestellen durch uns festgehalten.

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Was ist zu tun, wenn Entnahmestellen für Wasserproben fehlen?

Wenn die Begehung des Gebäudes durch mesura erfolgt und die erforderlichen Probenahmestellen fehlen, ist ein Sanitärhandwerker mit der Montage der Entnahmestellen zu beauftragen.

Erforderlich sind Entnahmestellen jeweils

  • am Austritt aus dem Warmwasserbereiter und
  • am Wiedereintritt in den Warmwasserbereiter aus der Zirkulationsleitung.

Am Ende der Steigstränge werden die Proben in den jeweiligen Wohnungen am Wasserhahn oder der Dusche entnommen. Dort sind deshalb keine besonderen Voraussetzungen für eine Probenentnahme zu schaffen.

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Sind auch Wohnungseigentümergemeinschaften von der Prüfpflicht betroffen?

Ja, wenn wenigstens eineWohnung innerhalb der Eigentümergemeinschaft vermietet ist. Die Legionellenprüfung ist dann von der Eigentümergemeinschaft zu beauftragen, weil die Warmwasserversorgungsleitungen typisch-erweise zum Gemeinschaftseigentum gehören.
Nur wenn keine Wohnung vermietet ist, kann auf die Legionellenprüfung verzichtet werden.

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Kann eine Eigentümergemeinschaft durch Beschluss eine Legionellenprüfung umgehen?

Nein. Eigentümergemeinschaften, die unter die Prüfpflicht fallen, weil mindestens eine Wohnung vermietet ist, können die Legionellenprüfungnicht per Beschluss umgehen. Ein solcher Beschluss wäre rechtswidrig.

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Sind die Bewohner über das Ergebnis der Legionellenprüfung zu informieren?

Ja, der Eigentümer ist verpflichtet, seine Mieter über die Ergebnisse der orientierenden Untersuchung zu informieren. Diese Pflicht kann mit einem Aushang des Prüfergebnisses im Treppenhaus erfüllt werden. Ein eigenes Anschreiben an jeden Mieter ist nicht vorgeschrieben. mesura stellt Ihnen das Legionellen-Prüfergebnis als aushangfähiges Schreiben zur Verfügung.

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Was geschieht, wenn kein Legionellenbefall festzustellen war?

Eine erneute Legionellenuntersuchung wird dann, gemäß Trinkwasserverordnung, erst wieder in drei Jahren fällig.

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Was passiert, wenn trotz gesetzlicher Verpflichtung auf die Legionellen-Untersuchung verzichtet wird?

Bei Verstoß gegen die Trinkwasserverordnung müssen Anlagenbetreiber mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro rechnen. So lautet zumindestder Verordnungstext.  Sollten Menschen zu Schaden kommen, ist zudem mit erheblichen Haftungsansprüchen zu rechnen.

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